Mit diesem Slogan gewann Barack Obama 2008 seine Wahl. Vielleicht erinnern Sie sich an die Begeisterung und Aufbruchstimmung, die damals bei Fernsehberichten spürbar wurde. Menschen fühlten sich auf einmal voll in ihrer Kraft und organisierten mit viel persönlichem Engagement den Wahlkampf für Obama.
Nicht nur in den USA, auch hier begeisterte Obama. Spott und Häme der Miesepeter ließen erwartungsgemäß nicht lange auf sich warten. Die mediale Entzauberung begann. Er sei ja kein „Messias“ und überhaupt, man werde schon sehen...
Eine solche Begeisterung ist bei uns schwer vorstellbar, gerade auch für politische ... hm, ich wollte gerade „Führer“ schreiben. Tja, das haben wir das Problem: das deutsche Volk hat sich mal so sehr begeistert, dass die Welt in einen Abgrund gerissen wurde. Das soll so schnell nicht wieder vorkommen. Begeisterung, gerade auch im politischen Bereich, gilt heute fast als geistige Verwirrung. Man gerät in den Verdacht, einem politischen Rattenfänger auf den Leim gegangen zu sein.
Wer begeistert ist, gilt als naiv. Dies führte in Gesellschaft und Politik zu einer extremen Nüchternheit. Wer mit positiver Kraft etwas verändern will, dem werden erst mal die Grenzen aufgezeigt. „Das geht bei uns nicht“ heiß es dann schnell.
Warum ist das so? Steckt dahinter eine tief sitzende Demokratie- und Politikverdrossenheit? Die nüchtern-sachliche Politik, das Fehlen an jeglicher Begeisterung für etwas sorgt vielfach für eine geistige Ödnis und Visionslosigkeit. „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, wir da schnell Helmut Schmidt zitiert. Nur gut, das Herr Schmidt nicht zu Obamas Wahlkampfberatern gehörte. Kommt eine Gesellschaft wirklich ohne Visionen aus? Wer sich für nichts mehr begeistern kann, wird auch nicht mehr ändern. Er kultiviert den Status-Quo und verbittert in gepflegter Langeweile, verschleißt sich in Abwehrkämpfen oder ignoriert gesellschaftliche und politische Themen gähnend. Liegt hier der Grund, warum in den Gesichtern der Menschen so wenig Freude zu sehen ist?
Warum schreibe ich diesen Artikel? Schauen sie mal auf Ihren Verein. Gibt es da noch Begeisterung für etwas? Gibt es Visionen? Gibt es ein Projekt, bei dem alle an einem Strang ziehen können? Wie war das früher, als ihr Verein noch neu war? War das anders?