Posts mit dem Label Community Organizing - Menschen engagieren und beteiligen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Community Organizing - Menschen engagieren und beteiligen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Community Organizing - Menschen engagieren und beteiligen

Sie möchten, dass sich in Ihrem Verein, Ihrer Gemeinde, Ihrem Verband, Ihrer Initiative mehr Menschen aktiv beteiligen? Versuchen Sie es mal mit Community Organizing-Methoden. Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte diese Methoden seinerzeit zur Wahlmobilisierung eingesetzt.

Community Organizing dient dem Aufbau konstruktiver und tragfähiger Beziehungen. Ursprünglich innerhalb eines Stadtteils und zur Verbesserung der Lebenslagen der Menschen. Das lässt sich auf andere Organisationen, wie z.B. Vereine, übertragen. Entscheidend ist: Die Entwicklung von sozialen Beziehungen ist der Nährstoff von gemeinschaftlichem Engagement. Der Erfolg hängt dann von einer andauernden Pflege der sozialen Beziehungen ab und keineswegs vom Vorhandensein einer bestimmten Problematik. Dies ist die sich ständig wiederholende Aufgabe eines Community Organizers.

Community Organizing hat eine klare Struktur: Zuhören, Recherchieren und Handeln. Durch Zuhören erfahren Sie, was Ihre Mitglieder bewegt, was ihre Wünsche, ihre Kritik, ihre Visionen oder ihre Ideen sind. Dabei werden Sie vielleicht Dinge erfahren, auf die Sie nie gekommen wären. Denn nur wer fragt, kriegt eine Antwort. Nun können sie diese Dinge in öffentlich (!) besprechen und beraten und nach Lösungsansätzen suchen. Oder überlegen, wie Sie interessante Projektideen, die sich ergeben haben, in die Tat umsetzen können. Und dann folgt das Handeln. Das wird nach dem Reden oft gerne vergessen. Darum sollte ein Community Organizer, der nicht in Ihre normalen Vereinsstrukturen eingebunden sein darf, Sie immer wieder daran erinnern. Die drei Schritte Zuhören, Recherchieren und Handeln sind ein Zyklus, der sich wiederholt.

Der entscheidende Unterschied zu anderen Methoden der Gremien- oder Beteiligungsarbeitarbeit ist der, dass ein Community-Organizer immer wieder das Einzelgespräch sucht. Üblicherweise beginnen Beteiligungs- oder Aktivierungsprozesse mit organisationsinterner Öffentlichkeitsarbeit, mit Rundschreiben, Aushängen, Mitteilungen, Emails usw. Das läuft oft ins Leere. Die Erfahrung zeit, dass die Menschen im Einzelgespräch eher bereit und in der Lage sind zu sagen, was sie wirklich bewegt. Der Wunsch nach Vertraulichkeit muss dabei UNBEDINGT respektiert werden. Durch die Einzelgespräche machen Sie engagierte Menschen ausfindig. Sie finden Schlüsselpersonen und Multiplikatoren. Sie wissen, für was sich jeder Einzelne engagieren würde. Wahrscheinlich entdecken sie zu einem Engagement bereite Personen, von denen Sie dies gar nicht vermutet hätten.

Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie das, was Ihre Mitglieder bewegt, auch ernst nehmen. Denn es könnte sein, dass Ihnen dies nicht gefällt und Sie anderer Meinung sind. Wenn Sie nun versuchen, Ihre Sicht der Dinge durch kleine „Mauscheleien“, so wie es schon immer üblich war, durchzusetzen, können Sie Community Organizing in Ihrer Organisation auf Jahre hinaus vergessen. Oder Sie müssen Ihren Stuhl räumen. Was wahrscheinlicher ist. Besser ist es, unterschiedliche Positionen anzusprechen und offen zu legen, damit sie geklärt werden können. Dazu benötigen Sie jemanden, der überhaupt nicht in die Prozesse Ihrer Organisation eingebunden ist, der über einen klaren Blick und ein gutes Unterscheidungsvermögen verfügt. Einen Klärer und Löser also, der auch in der Lage ist, entstehende emotionale wogen zu beruhigen. Ich komme gerne. Sagen sie nicht zu schnell, dass etwas „hier nicht geht“. Oft geht es nämlich doch, nur haben Sie gerade keine Vorstellung davon WIE es gehen könnte.

Sie können diese Methoden auch nutzen, wenn sie schon konkrete Vorstellungen darüber haben, wo es in Ihrer Organisation lang gehen soll. Z.B. weil Sie dafür gewählt wurden. Nur nennt man dies dann nicht Community Organizing. Dann geht es eher darum, Mitstreiter zu suchen, zu begeistern und zu befähigen.