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Donnerstag, 5. November 2015

Erfolgreiche Gemeinschaftsbildung: 2. Die Dorfkümmerer

Gemeinschaftsbildung funktioniert, wenn sich jemand „kümmert“. Das, was früher vielleicht aus sich heraus funktionierte, benötigt heute oft einen Anschub.

Ein solches Projekt gibt es in Brandenburg. Die Dörfer leiden unter Landflucht. Das Land Brandenburg reagierte mit einem Projekt „Dorfkümmerer“. Solche Kümmerer sind Menschen im Alter von 55+, die sich ehrenamtlich für ihre Dörfer einsetzen und gemeinsam mit den Bewohnern spannende Projekte starten. Wichtig ist, dass sie es „gut mit den Leuten können“ als Ansprechpartner da sind und auch Ansprechpartner suchen. Also typische Netzwerker. Das kann man lernen. Die Dorfkümmerer bekamen eine Ausbildung in Moderationstechniken und wurden dann losgeschickt, um Leute mit guten Ideen zu finden.

Während Else legt, brütet Ulrike Macht über neue Ideen für ihr Dorf. Seit knapp einem Jahr ist sie eine von acht sogenannten Dorfkümmerern in Brandenburg. Die sollen mit Unterstützung einer Beratungsfirma und mit Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds dabei helfen, das Dorfleben wieder attraktiver zu machen, auch für junge Leute. Sonst leben in Flieht und anderswo in der Uckermark bald nur noch Greise. 

Ulrike Macht geht als Dorfkümmerin von Tür zu Tür, sammelt die Wünsche und Ideen der Bewohner, lädt zu Versammlungen, die sie moderiert, und berät diejenigen, die gerne etwas auf die Beine stellen wollen, um das Leben auf dem Land zu verbessern. Das ist der Arbeitsauftrag. Ulrike Macht erinnert sich, dass vor einem Jahr alles mit einer Einladung in der Lokalpresse anfing: 

"Und da sind von den etwa 650 Einwohner der Gesamtgemeinde ... sind etwa 15 dagewesen, das finde ich, ist schon ein guter Prozentsatz. Und was ich besonders begeisternd finde, es sind schon zwei Projekte entstanden."