Bürgerschaftliches Engagement oder Freiwilligenarbeit ist „in“, Bindung an einen Verein eher weniger. Das Ehrenamt im Verein ist etwas Spezielles und nicht mit einem eher kurzfristigen Engagement für eine gute Sache zu verwechseln. Wobei auch dieses innerhalb eines Vereins Sinn macht.
Die meisten Menschen haben ein Interesse daran, etwas für eine Gemeinschaft, der sie angehören, zu tun. Sie haben Interessen, Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie gerne einsetzen. Man muss ihnen bloß die entsprechenden Möglichkeiten geben – und es ihnen nicht vermiesen.
Viele Vereinsmitglieder warten nur darauf, angesprochen zu werden – allerdings OHNE dabei bedrängt zu werden, eine Aufgabe zu übernehmen.
Sie freuen sich, wenn ihr Verein ihnen ein breites Angebot interessanter Tätigkeiten präsentiert. Haben Sie einen Katalog von Tätigkeiten, die zu erledigen wären? So können Ihre Mitglieder sich etwas aussuchen, was zu ihnen passt oder bekommen Anregungen für neue, eigene Ideen für ihr Engagement.
Schreiben Sie die freiwillig zu erledigenden Aufgaben konkret aus – wie eine
Stellenbeschreibung:
- Art der Tätigkeit
- Anforderungen
- Zeitaufwand und ggf. Einsatzzeiten
- Gegenleistungen (z.B. Fortbildungen, Fahrtkostenerstattung...)
Bleiben Sie dabei offen für Vorschläge, die von Ihrer Ausschreibung abweichen.
Eventuell können Sie auch außerhalb Ihres Vereins suchen. In vielen Städten gibt es heute Freiwilligenagenturen. Manche Kommunen haben sogar einen „Ehrenamts-Pass“ der konkrete Vorteile gewährt.
„Mach mal...“ oder „Du könntest mal...“ ist heute keine geeignete Form mehr, Ehrenamtler zu gewinnen. Noch weniger funktioniert der moralische Appell: „Wir tun schon so viel für euch...“ Fragen Sie Ihre Mitglieder doch einmal konkret, ob sie mit den Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zufrieden sind. Wer nicht fragt, kriegt auch keine Antwort. Als Vorstand sind Sie Führungskraft – allerdings ohne Weisungsbefugnis. Vergessen Sie das NIEMALS. Sonst sehen Sie ihre Ehrenamtler nur noch von hinten.
Ehrenamtliche Tätigkeit aus einem Pflichtgefühl heraus funktioniert heute nicht mehr. Darum macht es auch keinen Sinn, an solches zu appellieren. Eigenverantwortung und Gestaltungsspielräume sind gefragt. Wir leben im Zeitalter der Selbstverwirklichung. Das ist kein Egoismus, sondern bietet Chancen. Menschen werden sich dort engagieren, wo sie sich persönlich verwirklichen und weiterentwickeln können. Allerdings gehen die Wenigsten von sich aus mit einer Idee auf den Vereinsvorstand zu.
Sie müssen also etwas über die Bedürfnisse Ihrer potentiellen Ehrenamtler wissen. Das geht am besten, indem Sie diese fragen. Hier bietet sich eine Mitglieder-Umfrage an. Noch besser: Beginnen Sie mit persönlichen Gesprächen. Fragen sie die Mitglieder, was sie bewegt, was sie wirklich interessiert. Es gibt in jedem Verein "Beweger". Identifizieren Sie diese.
Öffentlichkeitsarbeit ist eben nicht nur etwas, was vom Verein nach außen dringen sollte. Es gibt auch die interne Öffentlichkeit.
Eine Tätigkeit als Vorstand oder Funktionär in einem Verein kann Spaß machen und das eigene Leben bereichern – wenn man es richtig anstellt. Erfolgserlebnisse, Zufriedenheit, Erfahrung und Anerkennung winken Leider machen sich manche ihre Aufgabe schwerer als nötig.
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