In Deutschland gibt es mehr als 550.000 eingetragene Vereine. Fast jeder zweite Deutsche ist Mitglied in einem Verein. Tendenz steigend.
Was sind Vereine? Eine Welt idyllischer Harmonie mit Gemeinschaftserlebnissen, Spaß und Unterhaltung? Oder eine Welt zwischen Aufbruchstimmung und exzessiver Anfeindung, zwischen emotionalen Ausbrüchen und aktiver Unengagiertheit, zwischen Gemeinschaftserlebnis und zermürbenden Satzungsdiskussionen? Eine Welt von Eifersüchteleien und Bosheit, eine Arena, Persönlichkeitsdefizite zu kompensieren? Nun, dies passiert ebenso in Unternehmen und Familien und hat eher mit weit verbreiteten Klischeevorstellungen zu tun.
Vereine werden oft mit „Vereinsmeierei“ gleichgesetzt. Wo drei Deutsche zusammentreffen, gründen sie einen Verein. Doch das stimmt so nicht. Vereine sind ein Phänomen fast aller westlichen Länder. Sich im Verein zu engagieren ist ein Akt der Freiheit. In vormodernen Gesellschaften und in autoritären politischen Systemen gibt es diese Möglichkeit nicht. Vereine sind Ausdruck einer aktiven demokratischen Gesellschaft und zugleich eine Demokratieschule. Sie sind wichtige Organisationen, die Staat und Markt ergänzen. Vereine schaffen soziale Gemeinsamkeiten und bieten die Möglichkeiten zu einem nichtkommerziellen Austausch zwischen Menschen. Sie schaffen kostengünstig Güter und Leistungen. So entsteht sozialer Reichtum.
Vereine haben positive Aspekte: Verbindung mit anderen Menschen, Freizeit und gemeinsame Interessen verbinden, soziale Kontakte, gegenseitige Unterstützung, Möglichkeiten nichtkommerzieller Freizeitgestaltung, Integration unterschiedlicher gesellschaftlicher Milieus.
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